Lesezeit: ca. 3 Minuten | Geschrieben von Carina Jasch | 01 2026
Trauer darf bunt sein
Trauer fühlt sich für viele Menschen an wie ein Zustand, aus dem es kein Entkommen gibt.
Als müsste sie schwer sein, dunkel, leise. Als wäre alles andere ein Verrat an dem Menschen, der gegangen ist.
In meiner Arbeit begegne ich immer wieder Menschen, die mir leise sagen:
„Ich habe zwischendurch gelacht – und mich sofort geschämt.“
Oder:
„Manchmal spüre ich Nähe, fast Wärme. Und dann frage ich mich, ob das überhaupt erlaubt ist.“
Diese Fragen berühren mich jedes Mal. Denn sie zeigen, wie sehr wir gelernt haben, Trauer nur in eine Richtung zu denken.
Aus meiner medialen Wahrnehmung heraus erlebe ich etwas anderes. Wenn ein Mensch stirbt, endet nicht die Beziehung. Sie verändert ihre Form.
Die Seele geht zurück in einen Zustand von Weite. Dorthin, wo kein Schmerz mehr ist, kein Kampf, kein inneres Festhalten. Viele Seelen zeigen mir Ruhe. Frieden. Und eine tiefe Liebe – nicht schwer, nicht ziehend, sondern tragend.
Und genau deshalb ist Trauer aus ihrer Perspektive oft etwas anderes, als wir glauben.
Seelen wollen nicht, dass wir leiden. Sie wollen nicht, dass wir uns verlieren. Sie tragen keine Erwartung, dass wir „richtig“ trauern. Aber sie spüren sehr genau, wenn wir uns selbst im Schmerz festhalten – aus Loyalität, aus Angst, aus Schuld.
Ich erlebe immer wieder, dass Seelen wahrnehmen, wie sehr Trauer das Leben der Hinterbliebenen einschränkt. Nicht mit Leid. Sondern mit einem feinen Mitgefühl. Mit dem Wunsch, dass wieder Bewegung entstehen darf.
Trauer darf deshalb Farbe bekommen. Sie darf weich werden. Sie darf Erinnerungen tragen, die nicht wehtun. Momente, in denen ein Lächeln auftaucht – ohne dass es erklärt werden muss.
Das bedeutet nicht, dass der Verlust kleiner wird. Es bedeutet, dass die Liebe einen neuen Ausdruck findet.
In der medialen Trauerbegleitung entsteht oft genau hier etwas Neues. Nicht, weil der Verstorbene „zurückgeholt“ wird. Sondern weil Beziehung neu gespürt wird. Jenseits von Schuld. Jenseits von Festhalten. Jenseits von Schmerz.
Manche Menschen beschreiben diesen Moment so:
„Es fühlt sich an, als dürfte ich wieder atmen.“
Und genau das ist es, was Trauer auch sein kann. Ein Übergang. Kein Zustand, der für immer gleich bleibt. Trauer muss nicht grau sein. Sie darf bunt sein und lebendig. Für mich ist das kein Widerspruch.
Sondern ein Zeichen von Verbundenheit. Von Liebe, die stark genug ist, sich zu wandeln.
Die Verbindung bleibt.
Und manchmal zeigt sie sich genau dann, wenn wir wieder beginnen zu leben.
Lesezeit: ca. 4 Minuten | Geschrieben von Carina Jasch | 09 2025
Ist Trauer einseitig – oder trauern auch die Seelen?
Viele Menschen erleben den Tod eines geliebten Menschen als einen tiefen Bruch.
Die Verbindung scheint plötzlich zu enden, der Alltag fühlt sich leer und fremd an.
Trauer wird dabei oft als ein Gefühl verstanden, das nur uns betrifft – als etwas, das auf der Seite der Hinterbliebenen stattfindet.
Doch in meiner medialen Arbeit habe ich eine andere Perspektive kennengelernt.
Wenn ein Mensch stirbt, verlässt seine Seele den physischen Körper – aber nicht die Verbindung.
Die Liebe bleibt. Die Beziehung bleibt.
Und manchmal bleibt auch etwas, das ich als ein energetisches Bedürfnis nach Klärung wahrnehme.
Das können unausgesprochene Worte sein, ein fehlender Abschied, ein offenes Thema, das zu Lebzeiten nicht mehr berührt wurde.
In vielen Jenseitskommunikationen erlebe ich, dass Seelen genau mit solchen Impulsen auf mich zukommen. Sie zeigen sich oft sehr klar, liebevoll und präsent – mit einer Botschaft, die nicht nur Trost spendet, sondern auch den Wunsch nach Ausgleich trägt.
Nicht selten höre ich Sätze wie:
„Ich war da – auch wenn du mich nicht gesehen hast.“
„Bitte sag ihr, dass ich sie gehört habe.“
„Ich konnte mich nicht verabschieden – und das beschäftigt mich noch.“
Diese Begegnungen machen für mich deutlich: Es gibt auf der geistigen Ebene ein feines Mitfühlen.
Keine Trauer im menschlichen Sinn – also kein Schmerz, wie wir ihn kennen.
Aber eine Form von Verantwortung, von Nähe, von liebevoller Aufmerksamkeit.
Seelen zeigen oft, dass sie spüren, wie es den Menschen geht, die noch hier sind.
Sie sehen, wenn wir uns verlieren, wenn wir keinen Zugang mehr zur Freude finden, wenn der Schmerz uns die Lebendigkeit nimmt.
Manche Seelen bleiben eine Zeit lang in unserem Feld.
Nicht, weil sie nicht gehen wollen – sondern weil sie wahrnehmen, dass wir noch nicht loslassen können.
Weil sie fühlen, dass wir ihren Übergang noch nicht innerlich vollzogen haben.
Und weil sie uns helfen wollen, Frieden zu finden – auf unsere Weise, in unserem Tempo.
Ich glaube nicht an eine Einbahnstraße der Gefühle. Ich glaube an Verbindung.
Und für mich bedeutet das auch: Trauer kann eine Form von beidseitigem Erleben sein.
Nicht symmetrisch, aber verbunden.
Das Bewusstsein der geistigen Welt ist weit, friedlich und getragen von Liebe. Aber es ist nicht gleichgültig.
Es ist offen. Wach. Zartfühlend. Und es schenkt uns die Möglichkeit, aus dem Schmerz eine neue Form von Beziehung entstehen zu lassen – jenseits von Raum, Zeit und Körper.
Für mich ist Trauer deshalb kein Ende, sondern ein Übergang.
Ein Prozess, der sich ausdehnen darf.
Und ein Impuls, der manchmal auch von „der anderen Seite“ kommt.
Nicht um uns festzuhalten – sondern um uns zu erinnern:
Die Verbindung bleibt.
Zurück | weiter zu Medialität | weiter zu geistige Welt | weiter zu Jenseitskommunikation | weiter zu Trauer


