Lesezeit: ca. 5 Minuten | Geschrieben von Carina Jasch | Dezember 2025
Medialität verstehen – wie ich erkannt habe, was mich mein Leben lang begleitet hat
Es hat viele Jahre gebraucht, bis ich verstanden habe, was mich innerlich bewegt. Lange hatte ich keine Worte dafür. Ich wusste nur: Ich nehme anders wahr. Tiefer. Früher. Oft ohne Erklärung. Schon als Kind – und später besonders in meiner Jugend – habe ich mich anders gefühlt. Wie eine Außenseiterin.
Nicht, weil ich mich innerlich zurückgezogen habe, sondern weil ich tatsächlich ausgeschlossen wurde. Weil andere mich nicht wollten. Weil mein Denken, mein Fühlen und mein Wahrnehmen nicht in das gepasst haben, was als „normal“ galt. Vielleicht war ich ihnen zu still. Zu tief. Zu unbequem. Oder schlicht unheimlich – weil ich Dinge gespürt habe, für die es keine Worte gab.
Damals habe ich das nicht verstanden. Ich habe mich gefragt, was mit mir nicht stimmt. Warum Nähe für andere so einfach schien – und für mich so fern. Heute weiß ich: Es war nicht meine Aufgabe, mich anzupassen. Es war meine Aufgabe, bei mir zu bleiben.
Lange Zeit habe ich geglaubt, ich sei einfach zu sensibel. Zu offen. Zu empfänglich für das, was andere gar nicht wahrnehmen. Ich habe Stimmungen gespürt, bevor sie ausgesprochen wurden. Unausgesprochene Gefühle getragen. Mich verantwortlich gefühlt – für das Wohl anderer. Oft wurde das als Feinfühligkeit oder Hochsensibilität beschrieben. Und ja, das war ein Teil davon. Aber es war nicht alles.
Erst im frühen Erwachsenenalter habe ich verstanden, dass das, was ich erlebt habe, Medialität ist. Medialität ist eine Fähigkeit der Wahrnehmung. Sie beschreibt die Fähigkeit, Informationen, Impulse und innere Bilder über die physischen Sinne hinaus wahrzunehmen. Medialität ist keine Glaubensrichtung und auch keine spirituelle Haltung. Spiritualität ist ein persönlicher Weg – eine innere Suche nach Sinn, nach Verbindung, nach etwas Größerem. Medialität hingegen ist eine konkrete Form der Wahrnehmung, die unabhängig von Glaubenssystemen existiert.
Medialität bedeutet, Informationen aus der geistigen Welt wahrzunehmen, einzuordnen und zu übersetzen. Nicht über Fantasie. Nicht über Wunschdenken. Sondern über ein feines inneres Wahrnehmungssystem. Sie wirkt wie ein Kanal zwischen der physischen Welt und der geistigen Welt. Still. Klar. Geerdet. Es geht dabei nicht um Abheben, nicht um Show und nicht um Besonderheit. Es geht um präzises Wahrnehmen, um Bewusstsein – und um Verantwortung im Umgang mit diesen Informationen.
Die geistige Welt ist für mich kein ferner Ort. Kein „da oben“. Kein Jenseits, das weit entfernt ist. Sie ist ein umfassendes Feld aus Bewusstsein, Energie und Seelenpräsenz. Die Seele ist reine Energie. Und Energie braucht keine Materie. Sie ist nicht gebunden an Körper, Namen oder Rollen. Sie verändert ihre Form – aber sie geht niemals verloren. Alles ist eingebettet in ein größeres Ganzes. In ein Feld, das trägt, begleitet und führt – auch dann, wenn wir es als Menschen nicht immer fühlen oder verstehen können.
Heute erkenne ich, dass die Zeit des Außenseiterseins kein Fehler war. Sie war Vorbereitung. Ich musste früh lernen, alleine zu stehen. Zu fühlen, ohne Bestätigung. Wahrzunehmen, ohne Spiegel im Außen. Nicht, um hart zu werden – sondern um Tiefe zu entwickeln. Diese Erfahrungen haben mich stark gemacht. Still stark. Innerlich klar. Sie haben mir ermöglicht, Menschen heute wirklich zu verstehen. Nicht aus Konzepten heraus, sondern aus gelebter Erfahrung.
Ich bin überzeugt, dass jede Seele aus der geistigen Welt ihr eigenes Paket mitbringt. Erfahrungen. Fähigkeiten. Herausforderungen. Aufgaben. Und jede Seele wird dabei bestmöglich begleitet – auch wenn wir das als Menschen nicht immer spüren oder begreifen können. Manches fühlt sich schwer an. Manches ungerecht. Manches unverständlich. Und doch trägt alles einen Sinn, der sich oft erst viel später zeigt.
Heute ist Medialität für mich kein Zustand, sondern ein bewusster Umgang mit Wahrnehmung. Ich öffne sie klar – und ich schließe sie ebenso klar. Sie ist Teil meines Alltags, aber sie bestimmt ihn nicht. Sie ist keine Überforderung mehr, sondern Orientierung. Keine Last, sondern Ausrichtung. Und genau aus dieser Klarheit heraus begleite ich Menschen. Nicht, weil ich „anders“ bin. Sondern weil ich meinen Weg gegangen bin.
Alles, was wir mitgebracht haben, hat seinen Platz. Und alles, was wir erleben, formt uns – auch dann, wenn wir den Sinn erst später erkennen.
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